Dal Sorten erklärt: welche Linse wofür?
Dal ist mehr als „Linsen“: In Indien, Pakistan und Bangladesch bezeichnet das Wort sowohl getrocknete Hülsenfrüchte als auch das fertige Gericht. Masoor, Moong, Toor, Chana und Urad sehen sich manchmal ähnlich, garen aber völlig unterschiedlich. Hier bekommst du einen klaren Überblick mit Kochzeiten und einem Grundrezept. Die passenden Sorten findest du in unserer Kategorie Dal & Linsen, zum Beispiel unsere viel gekaufte Moong Dal.
Ganz, halbiert oder geschält: was die Namen bedeuten
Fast jede Dal gibt es in drei Formen. Sabut heißt ganz, also mit Schale. Chilka bedeutet halbiert, aber noch mit Schale – etwa Mung-Chilka oder Urid-Chilka. Dhuli ist halbiert und geschält; das sind die bunten, glatten Linsen, die schnell zerfallen und cremig werden. Je mehr Schale, desto länger die Kochzeit und desto mehr Biss behält das Gericht.
Die wichtigsten Dal Sorten im Überblick
Masoor Dal – rote Linsen
Geschälte rote Linsen sind die schnellste Dal überhaupt. Sie brauchen kein Einweichen, werden beim Kochen gelb und zerfallen nach 15 bis 20 Minuten zu einer sämigen Suppe. Ganze Masoor mit brauner Schale, etwa Suntat Red Lentils whole oder TRS Heera Brown Lentils, behalten ihre Form und brauchen 25 bis 30 Minuten. In Bengalen wird musur dal mit Panch Phoron und Senföl gewürzt, in der Türkei entsteht daraus die Mercimek Çorbası. Mehr dazu auf unserer Seite zu Masoor Dal und roten Linsen.
Moong Dal – Mungbohnen
Gelbe, geschälte Moong Dal ist mild, fast süßlich und in 20 bis 25 Minuten weich. Wer mag, weicht sie 20 Minuten ein. Sie ist die Basis für Khichdi und für die bengalische bhaja muger dal, bei der die Linsen vorher trocken in der Pfanne geröstet werden, bis sie nussig duften. Mung-Chilka mit grüner Schale wird etwas kräftiger, ganze Mungbohnen eignen sich zum Keimen oder für herzhafte Currys.
Toor Dal – Straucherbsen
Toor oder Arhar Dal ist in Nord- und Südindien die Alltags-Dal schlechthin: Sambar, Gujarati Dal und die meisten Restaurant-Dal-Tadkas basieren darauf. Spüle sie gut, weiche sie 30 Minuten ein und koche sie 30 bis 40 Minuten im Topf oder etwa 10 Minuten im Schnellkochtopf. Sie wird cremig, hat aber mehr Körper als Masoor.
Chana Dal – halbierte Kichererbsen
Chana Dal wird aus kleinen, dunklen Kala-Chana-Kichererbsen gemacht, die geschält und halbiert sind. Sie schmeckt nussig und zerfällt kaum. Weiche sie 1 bis 2 Stunden ein und rechne mit 40 bis 50 Minuten Kochzeit im Topf. Klassiker sind bengalische cholar dal mit Kokosraspeln oder Chana Dal mit Lauki. Aus derselben Hülsenfrucht wird übrigens Besan gemahlen. Alles zu dieser Sorte findest du bei Chana Dal.
Urad Dal – schwarze Linsen
Ganze schwarze Urad (Urid Beans whole) ist die Grundlage für Dal Makhani und braucht Geduld: über Nacht einweichen, dann 60 bis 90 Minuten köcheln. Geschälte weiße Urad Dal wird für Idli- und Dosa-Teig gemahlen und wird gekocht leicht schleimig-cremig, was in der bengalischen biulir dal gewollt ist. Mehr Ideen gibt es auf unserer Urad Dal Seite.
Kichererbsen, Rajma und Co.
Streng genommen keine Dal, aber im selben Regal: Kabuli Chana, braune Kichererbsen, Kidneybohnen und Black Eye Beans. Sie werden 8 bis 12 Stunden eingeweicht und 60 bis 90 Minuten gekocht. Kidneybohnen müssen dabei mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen. Rezepte und Sorten findest du bei Kichererbsen und Chana.
Kochzeiten und Wassermengen auf einen Blick
- Masoor, geschält: nicht einweichen, 1 Teil Dal auf 3 Teile Wasser, 15–20 Minuten
- Moong, geschält: optional 20 Minuten einweichen, 1 : 3, 20–25 Minuten
- Toor: 30 Minuten einweichen, 1 : 3,5, 30–40 Minuten (Schnellkochtopf ca. 10 Minuten)
- Chana Dal: 1–2 Stunden einweichen, 1 : 3,5, 40–50 Minuten (Schnellkochtopf 12–15 Minuten)
- Urad, ganz: über Nacht einweichen, 1 : 4, 60–90 Minuten (Schnellkochtopf 25–30 Minuten)
Die Angaben beziehen sich auf Volumen, also zum Beispiel eine Tasse Dal auf drei Tassen Wasser. Ältere Linsen brauchen länger. Salz gibst du am besten erst gegen Ende dazu, dann werden die Hülsenfrüchte gleichmäßiger weich.
Grundrezept: Dal Tadka für 4 Personen
Für die Dal: 200 g Toor oder Moong Dal (oder halb und halb), 800 ml Wasser, ½ TL Kurkuma, 1 TL Salz, 1 gehackte Tomate.
Für das Tadka: 2 EL Ghee oder Öl, 1 TL Kreuzkümmel, 2 getrocknete rote Chilis, 3 Knoblauchzehen in Scheiben, 1 kleine Zwiebel fein gehackt, ½ TL Chilipulver, frischer Koriander.
- Dal in einem Sieb waschen, bis das Wasser klar bleibt, dann 30 Minuten einweichen.
- Mit Wasser und Kurkuma aufkochen, Schaum abschöpfen und halb zugedeckt 25 bis 35 Minuten köcheln, bis die Linsen weich sind.
- Tomate und Salz zugeben und weitere 5 Minuten kochen. Mit einem Schneebesen kurz durchrühren, damit die Dal sämig wird. Bei Bedarf heißes Wasser nachgießen.
- Für das Tadka Ghee erhitzen, Kreuzkümmel und Chilis 20 Sekunden anrösten, Knoblauch und Zwiebel zufügen und 3 bis 4 Minuten goldbraun braten. Pfanne vom Herd nehmen, Chilipulver einrühren.
- Das zischende Tadka über die Dal gießen, mit Koriander bestreuen und sofort mit Reis oder Chapati servieren.
Regionale Varianten zum Ausprobieren
- Bengalische Musur Dal: dünnflüssig, mit Panch Phoron, getrockneter Chili und einem Schuss Senföl.
- Pakistanische Daal Chawal: Masoor oder Moong mit viel gebratener Zwiebel, dazu schlichter Reis und Achar.
- Punjabi Dal Makhani: ganze Urad mit etwas Rajma, Butter und Sahne, stundenlang geköchelt.
- Südindisches Sambar: Toor Dal mit Tamarinde, Gemüse und Sambar-Gewürz.
Dal lagerst du trocken und luftdicht, dann hält sie sich lange. Gekochte Dal bleibt im Kühlschrank zwei bis drei Tage gut und dickt dabei nach – einfach mit etwas Wasser wieder aufwärmen.
Häufige Fragen
Muss ich Dal vor dem Kochen einweichen?
Rote Linsen und geschälte Moong Dal brauchen kein Einweichen. Toor Dal profitiert von 30 Minuten, Chana Dal von ein bis zwei Stunden. Ganze Urad, Kichererbsen und Kidneybohnen solltest du über Nacht einweichen, sonst dauert das Kochen sehr lange.
Wie heißt Toor Dal auf Deutsch?
Toor Dal, auch Arhar oder Tuvar Dal genannt, sind geschälte und halbierte Straucherbsen. Im deutschen Supermarkt findest du sie selten, deshalb kaufen viele sie im indischen Lebensmittelgeschäft. Sie sind gelb und etwas größer und flacher als gelbe Erbsen.
Warum wird meine Dal nicht weich?
Meist liegt es an alten Hülsenfrüchten, zu kurzem Einweichen oder zu frühem Salzen. Auch Tomaten oder Tamarinde, die zu früh in den Topf kommen, bremsen das Weichwerden. Gib saure Zutaten und Salz erst dazu, wenn die Dal fast gar ist.
Wie viel Dal rechne ich pro Person?
Als Hauptgericht mit Reis oder Roti rechnest du etwa 50 bis 60 g trockene Dal pro Person. Als Beilage in einem Menü mit mehreren Currys reichen 30 bis 40 g. Beim Kochen nimmt Dal ungefähr das Dreifache an Gewicht zu.









